Freitag, 31. Januar 2014

Klam Swietz


 Klams Mutter Lore Fruchtig erreichte das Dorf Hockerlingen nach ihrer Flucht aus den grauen Bergen mit ihren Kindern und sprach mit niemandem jemals über die vergangene Zeit. Der Hockerlinger Steinmetz Wilbur Swietz, der Lore und ihren Kindern ein neues Leben versprochen hatte und sich der Erfüllung dieser Aufgabe voller Hingabe widmete, verstarb auf dem Weg zur Schule, von der er Klam abholen wollte, an einer Hirnblutung. Er hatte gedankenverloren in seiner Nase gebohrt, als er über einen herumliegenden Ast stolperte und zu Boden stürzte. Er schlug mit dem rechten Ellenbogen auf dem harten Feldweg auf, wodurch der kleine Finger, der in seiner Nase steckte, sich wie ein Gleisnagel in Wilburs Gehirn bohrte.
Die Schwestern Klams, die auf die Namen Maite, Belisa, Simmy und Holunda hörten, hatten vier unterschiedliche Väter, die Lore einer wie der andere sich selbst überließen, noch bevor ihre Kinder geboren waren. Der Junge Gorm, das sechste Kind der Lore Fruchtig, erblickte das Licht der Welt an Klams viertem Geburtstag im Alter von fünf Jahren. Bis zu diesem Tag ahnte nicht einmal Mutter Lore etwas von Existenz Gorms. Während jener denkwürdigen Geburtstagsfeier klagte Klam über starke Schmerzen in seiner rechten Schulter, und gerade, als die Schwestern zu einer Polonäse ansetzen wollten, ging er ohnmächtig zu Boden. Aus Klams rechter Achselhöhle schälte sich der in ihm eingewachsene Bruder unter lautem Gebrüll bis zur verwachsenen Hüfte heraus. Gorm, wie er später genannt wurde, fluchte und schimpfte und machte seinen Schwestern unanständige Angebote, zog sich aber wieder in Klams Körper zurück, nachdem er eine warme Wurstsuppe verschlungen hatte. Untersuchungen durch eigens aus der Hauptstadt angereiste und zur Verschwiegenheit gemahnte Spezialisten ergaben zum Entsetzen aller, daß Gorm ohne den geringsten Zweifel ein ganzes Jahr älter war als Klam.
Die fassungslosen, schockierten Mediziner und ihre eingeweihten Zuträger und Gehilfen gaben vor, keinem Menschen von diesem zusätzlichen skurrilen Detail zu berichten, waren doch allein schon die Existenz Gorms, sowie die Umstände seines verstörenden Erscheinens nicht einmal von den Abgebrühtesten ohne Schaudern zu ertragen gewesen. Neugierige Nachbarn, vor denen Gorm nicht bei jedem seiner Auftritte versteckt werden konnte, bezichtigten Lore Fruchtig und Wilbur Swietz jedoch dämonischer Umtriebe, worauf die ganze Familie eines Nachts vor herannahende, mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnete Gläubige die Flucht ergriffen hatte und sich nach einem gefährlichem Fußmarsch in einem entfernten Dorf mit unaussprechlichem Namen nieder ließ, dessen Bewohner dem Klerus traditionell skeptisch gegenüber standen, wie der überall bekannte und geschätzte Steinmetz Wilbur Swietz wußte. Die Umstände von Gorms Erscheinen mit seinen derben Begrüßungsformeln hatten Klam bereits in jungen Jahren unzählige Aufenthalte in Gefängniszellen und Psychatrischen Anstalten eingebracht, aus denen er nur nach radiologischen Untersuchungen wieder entlassen wurde.
Wilbur hatte Lore nicht velassen, und so gab Lore ihrem einzigen für sie vollwertigen Sohn den Nachnamen Wilburs. Das Wort Swietz klang gütig und makellos in den Ohren der Mutter und Klam erfuhr viel später erst, daß er einmal Fruchtig geheißen hatte. Lore Fruchtig setzte ihr Leben lang alles daran, Klam so unbeschwert aufwachsen zu lassen, wie es möglich war. Die Schwestern versuchten, Gorm nicht zu reizen und Lore erfüllte Klam jeden Wunsch im Voraus. Da sie Flüchtlinge waren, ergab es sich, daß die Familie in einer ärmeren Hütte hauste als die anderen. Sie hatten auch ärmere Kleidung und die Kinder hatten ärmeres Spielzeug. Die Dorfbewohner betrachteten sie als asozial, konnte aber nicht umhin, ihre hohe Bildung und das gute Benehmen zu bemerken. Auch sprachen weder Lore noch die Kinder den lokalen Dialekt. Dies hatte zur Folge, daß die Kinder zwar nicht belästigt, jedoch auch nicht beachtet, geschweige denn gefördert wurden. Sie galten als rätselhafte Wesen, von denen sich fern zu halten klüger war.
Das sonderbarste Wesen der Familie aber war Klam. Er war über alle Maßen schlank, trug sein Haar ungeschnitten und war in allen Dingen ungehorsam. Er stritt sich nie, hatte niemals jemanden geschlagen oder belästigt. Auch als renitent konnte ihn keiner bezeichnen. Doch wenn Klam einmal etwas abgelehnt hatte, konnte nichts und niemand ihn wieder umstimmen. In der Schule war er immer der Beste. Klam hatte in jedem Fach die besten Noten, obwohl er weder Hausaufgaben erledigte, noch für Schularbeiten lernte. Eine Beteiligung am Unterricht fand nicht statt, was seine Lehrer ratlos machte, die sich ob seiner schnellen Auffassungsgabe nicht entschließen konnten, seine Mitarbeit am Unterricht der Realität entsprechend mit einer schlechten Zensur zu bewerten. Allein in Sport hatte Klam keine guten Noten. Er mochte nicht zu den verschiedensten Erniedrigungen gezwungen werden. Klam weigerte sich, bei Ballspielen jener Mannschaft anzugehören, welche mit nackten Oberkörpern spielen mußte, weil es keine Trikots in verschiedenen Farben gab. So entging den Sportverantwortlichen das Talent Klams, einen Ball eng am Fuß zu führen und mit einem ansatzlosen Tritt dorthin zu schlagen, wo er ihn haben wollte. Bei Läufen über Strecken von mindestens 8ooo m zeigte Klam mehr Ausdauer als alle anderen Schüler und schaffte es leicht, durch kluges Haushalten seiner Kräfte die vorangepreschten Läufer einzuholen und als Erster, meist auch als Einziger, das Ziel zu erreichen.
Die Kleidung Klams bestand meist aus Stücken, die seine Schwestern zuvor getragen hatten und die von Mutter Lore umgenäht wurden, was seine Mitschüler zu Hohn und Spott animierte. Klam reagierte darauf mit für ihn typischem Trotz. Er ermutigte seine Mutter dazu, die ursprüngliche Form der abgetragen Kleider zu bewahren, was diese schweren Herzens tat. Klam genoß dadurch vor allem die neu gewonnene Freiheit seines Schwengels unter den Röcken und Kleidern, der nun ungebändigt durch Unterwäsche stets verfügbar war. Als Lore Swietz bemerkte, daß Klam der Unterwäsche entsagt hatte, stattete sie seine älteren Schwestern hauptsächlich mit Hosen aus. Das brachte Klam dazu, sich seine Beinkleider fortan selbst herzustellen.
Im Alter von 5 Jahren hatte der frühreife Klam bereits ein überwältigendes Gefühl entdeckt, als er sich auf eine Fensterbank geschwungen hatte, um aus einem Fenster hinaus zu schauen. Das Schaukeln auf seinem Penis hatte ihm einen kollossalen Genuß bereitet. Er kannte kein anderes Gefühl mit ähnlicher Intensität und liebkost seitdem bei jeder sich bietenden Gelegenheit sein Genital. Seinen Schwanz in eine enge Hose zu zwängen, erschien ihm bereits damals vollkommen absurd. Als eines Nachmittags Klams Spielkameradin Tilly seinen erigierten Schwanz zu Gesicht bekam, mit dem er gedankenverloren unter einer Birke spielte, gestattete der Zwölfjährige ihr, ihn zu berühren. Tilly bot ihm darauf ihre Vagina an, die Klam interessiert betrachtete und betastete, was seinen Penis wiederum deutlich härter machte, als er jemals zuvor gewesen war. Tilly war die imposante Versteifung nicht entgangen, die ihr enorm gefiel und sie rieb sein Glied der ganzen Länge nach mit beiden Händen. Klam streichelte daraufhin mit seinen Fingerkuppen ihre brötchenförmige, unbehaarte Vagina, wodurch die Spalte sich leicht geöffnet hatte. Die rosige Haut dahinter wurde seidig feucht und verströmte einen Klam bis dahin unbekannten, betörenden Duft. Bei einem gemeinsamen Früchtesammeln ergab es sich, daß Klam die für ihn verblüffende Entdeckung machen konnte, daß sein Penis in hartem Zustand genau in die Vagina von Tilly hineinpasste. Für Klam war seit diesem Erlebnis ohne Zweifel klar geworden, daß er für den Rest seines Lebens nach nichts mehr streben werde, als danach, die Wonnen, die sein Glied ihm bereitete, zu vereinen mit dem Glück, das ihm Tillys wundervolle Vagina beschert hatte.
Die Schmerz-Therapeutin Fran Barnello behandelte den von stärksten Qualen gepeinigten Klam Swietz zum ersten Mal, als er 16 Jahre alt war. Zunächst hatte sie keine Kenntnis von der Existens des eingewachsenen Bruders Gorm, der eigentlichen Ursache für Klarns Leiden. Klam wiederum hegte romantische Gefühle für die aparte Akademikerin und in der Annahme, jegliche Chance auf Annäherung zu verlieren, verschwieg Klam seinen Bruder. Bei einem Spaziergang zum Nachbardorf, zu dem er die Angebetete überreden konnte, begegnete den Beiden eine ausgelassene Gruppe von Klosterschülerinnen, die singend und tanzend in frommer Manier ihrem Schöpfer huldigten. Gorm, der eine Affinität zu Gesang und Tanz hat, konnte nicht widerstehen, die vorher mit Klam getroffene Vereinbarung, im Beisein von Fran Barnello nicht zu erscheinen, zu ignorieren und schälte sich unter lautstarkem Grunzen und Gröhlen aus Klams Achselhöhle, worauf die Jungnonnen betend das Weite suchten. Fran aber verstand die Misere Klams, nachdem der erste Schreck überwunden war, und sprach mit Gorm auf eine Weise, wie es nie ein Mensch zuvor versucht hatte. Gerade so, als sei sein Auftritt nicht ungewöhnlich gewesen. Sie brachte Gorm sogar dazu, sich zurück zu ziehen und rang ihm das Versprechen ab, die Vereinbarungen mit Klam von nun an einzuhalten. Dafür mußte Fran jedoch versprechen, Gorm einen Wunsch zu erfüllen. Sie sollte nackt auf einem Tisch tanzen, während Gorm eine scharfe Suppe zu sich nahm. Fran erfüllte Gorm diesen Wunsch noch am selben Abend und entdeckte ihrerseits eine bisher unbekannte Neigung, die sie mit den zwei ungleichen Brüdern von nun an gemeinsam genießen konnte.